Fußbekleidung - Socken und Strümpfe
Sparstrumpf oder Seidensocke?Ein Schuh muss bequem sein und zum Anzug oder der Hose passen. Eine Hose hängt sauber körpernah bis zum Schuh. Im Bereich dazwischen hingegen spielt sich eine Vielfalt ab, die kaum noch überschaubar ist. Selbst Top-Manager sollen schon mit niedlichen Comicfiguren auf den Socken gesichtet worden sein. Und wieso überhaupt Socken? Trägt man zum Anzug nicht eigentlich knielange Strümpfe?
Schon die alten Römer kannten Fußbekleidung, die einer Socke nahekam. Allerdings war der ?soccus? eher eine Art Schuh und zudem Schauspielern vorbehalten. Im warmen Klima Italiens brauchte man unter der Sandale keinen zusätzlichen Fußschutz. Jedenfall nicht, bevor das stolze Eroberervolk sich anschickte, Britannien und Germanien zu unterwerfen. Die dortigen Einwohner nutzten Fußlappen, um sich vor Kälte und Schmutz zu schützen, was die Römer kurzerhand übernahmen.
Der Fußlappen war gegentlich auch im Mittelalter zu finden. Man bevorzugte nun allerdings eher Beinlinge, die bis zur Hüfte gingen. Etwa ab dem 15. Jahrhundert wurden diese zu einer Strumpfhose zusammengeschlossen Bestandteil der Herrenmode. Man trug sie ohne weitere Oberbekleidung zum knielangen Wams.
Die Strümpfe, wie wir sie heute kennen, kommen ? wie so viele schneidereitechnische Neuerungen ? aus England. Das Verdienst, gestrickte Strümpfe in die Mode eingeführt zu haben, wird der großen Elisabeth I. zugeschrieben. Bald verbreitete sich der neue Trend unter den Höflingen.
Auch wenn mit dem Einzug der Industriellen Strumpfwirkung die groben selbstgestrickten Socken aus früheren Zeiten immer selten zu sehen waren, erleben sie doch heute zu groben Outdoor- und Streetwearoutfits gerade im Winter wieder eine Renaissance.
Reich verzierte Pontifikalstrümpfe waren auch Bestandteil des Ornats katholischer Bischöfe. ?Bekleide mit, o Herr, mit den Strümpfen der Rechtheit?, betete der gläubige Oberhirte beim Anlegen, ?auf dass ich voll Treue den Weg deiner Gebote wandle.?
Doch wo liegt nun eigentlich der Unterschied zwischen Strumpf und Socke? Das ist schnell beantwortet. Sie unterscheiden sich eigentlich nur in der Länge des Beinlings, also des oberen Teils über dem Fußansatz. Während eine Socke nur bis kurz über den Knöchel reicht, geht der Strumpf auf die Wade oder im Idealfall bis über das Knie.
Strümpfe heutzutage richtig zu kombinieren, ist auf den ersten Blick eine Kunst. Was man vermeiden sollte, sind kurze Socken zum Anzug. Auch bei übergeschlagenen Beinen sollte kein Teil der Wade sichtbar werden. Als Grundregel kann gelten, dass der Strumpf einen optischen Übergang zwischen Schuh und Hose herstellen sollte. Zudem sollte er zur sonstigen Kleidung passen. Am einfachsten ist es daher, die Socken auf die Hose abzustimmen. Strümpfe in der Farbe des Schuhs bilden mit diesen eine Einheit und betonen die Grenze des Hosenbeins noch. Wählen Sie am besten dunkelgraue Socken zum dunkelgauen, dunkelblaue zum navyfarbenen Anzug.
Wenn Sie einen Blick für Farben und Kontraste haben, können Sie auch hier variieren, ohne stillos zu wirken. Eine gelungene Kombination mit etwa auf das Hemd und die Krawatte abgestimmten Strümpfen kann sehr gut aussehen. Sichere Kleidungsmischer wie der Style-Guru Alan Flusser setzen sogar auf Muster, die mit dem Jackett oder der Krawatte abgestimmt sind.
Je rauher das Outfit wird, desto gröber dürfen, ja sollen, auch die Strümpfe sein. Ist zum anthrazitfarbenen Anzug mit Businesskrawatte der dünne Baumwollstrumpf perfekt, wirkt er doch zum Tweedsakko und Wildlederstiefeln schnell etwas verloren. Setzen Sie hier etwa auf karierte Wollsocken, die gerne die Farbe der ? vielleicht ebenfalls karierten Krawatte aufnehmen dürfen.
Das einzige, was Sie um jeden Preis vermeiden sollten, sind Löcher in der Socke. Denn man weiß nie, ob der Strumpf sich nicht doch so verdrehen kann, dass die unschöne Öffnung sichtbar wird. Und die Blamage können Sie sich sparen!
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