Businessmode international
Wo Sie was besser nicht tragen
Wir leben in einer globalisierten Gesellschaft. Warenströme wälzen sich von Land zu Land, Konzerne sind international tätig, und jeder kleine Dorf-Supermarkt hat eine Vielzahl von Lieferanten über den halben Erdball verstreut.
Während diese wirtschaftlichen Verflechtungen zweifelsfrei ihre Vorteile haben, werfen Sie für den Geschäftsmann von heute ein paar völlig neue Probleme auf. Und diese betreffen nicht nur Verhalten und Etikette, sondern auch den jeweils angemessenen Kleidungsstil. Denn auch wenn der dunkle Anzug als allgemeine Geschäftskleidung selten verkehrt liegt, gibt es doch ein paar Details, auf die Sie im Ausland achten sollten, um Ihre Geschäftspartner nicht zu brüskieren.
Allgemein ist der Stellenwert, den Kleidung in Geschäftsleben einnimmt, von Land zu Land ein sehr unterschiedlicher. Während etwa in Spanien, aber auch in Mexiko sehr großer Wert auf formelle Kleidung gelegt wird (zum dunklen Anzug gibt es auch bei 40 Grad im Schatten keine Alternative), kann Ihnen in den Niederlanden auch durchaus ein Konzernchef mit offenem Hemd und kurzen Ärmeln begegnen. Vermeiden Sie dort allzu förmlicher Kleidung. Dennoch ist der Anzug natürlich eine gute Idee.
Ansonsten sollte ein Geschäftsanzug eher klassisch geschnitten sein. Verzichten Sie auf allzu modische Accessoires und Designergarderobe. Die Ausnahme von dieser Regel: in Italien wird auf ein elegantes und modisches Erscheinungsbild mit den richtigen Accessoires enormer Wert gelegt. Ein schmaler Designeranzug mit einer modischen Krawatte im Streifendesign, dazu ein leicht pastellfarbenes Hemd, vielleicht sogar mit einem farbig gemusterten Einstecktuch: überall sonst würden Sie damit schnell als eingebildet gelten. Auch an die richtigen Manschettenknöpfe sollten Sie hier ruhig denken.
Und wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen dort oder in einem anderen Mittelmeerland jemand in Krawatte und V-Kragen-Pullover statt Jackett entgegenkommt. Diese Kombination ist in anderen Ländern sehr viel akzeptierter als bei uns. Dennoch gilt sie als lockerer, weshalb Sie selbst besser darauf verzichten.
In Russland gilt teure Kleidung als hochrangiges Statussymbol. Also sind Sie hier mit einem Designeranzug möglicherweise besser beraten als mit einem unauffälligen Maß-Modell.
Hierzulande kommen Sie in nicht sehr konservativen Firmen im Sommer oft auch mit einem hellgrauen oder hellbraunen Anzug gut zurecht. Davon sollten Sie im europäischen Ausland allerdings größtenteils Abstand nehmen. Dunkelgrau, dunkelblau, ab Vorstandsebene auch schwarz mit Nadelstreifen, alles andere ist ein Experiment, das unprofessionell wirken kann. Und auch wenn hellblaue Hemden heutzutage meist akzeptiert sind, machen Sie mit einem schlichten weißen Hemd auf gar keinen Fall etwas falsch.
Während in den USA der professionelle Kleidungsstil eigentlich eher konservativer ist als in Europa, ist an Teilen der Westküste und auch in vielen Firmen der New Economy ein extrem lockerer Look verbreitet. Dennoch: haben Sie einen Geschäftstermin, ist der dunkelgraue oder dunkelblaue Anzug die sichere Wahl. Achten Sie auf die Streifen Ihrer Krawatte: sie sollten fallend, nicht ansteigend sein. Das hat zwar ursprünglich rein urheberrechtliche Gründe (britische Hersteller hatten gedroht, gegen amerikanische Kopien ihrer Regimentskrawatten zu klagen), hat sich aber durchgesetzt.
Bei Krawatten lauern auch in Großbritannien Fettnäpfchen. Vorsorglich sollten Sie dort auf klassisch gestreifte Krawatten verzichten. Denn die meisten dieser klassischen Farbkombinationen sind bestimmten Regimentern, Clubs oder Colleges zugeordnet. Und es wird nicht gut ankommen, wenn Sie beim Geschäftstermin die Farben eines Clubs tragen, von dem Sie noch nie etwas gehört haben – und in dem Ihr Geschäftspartner vielleicht Mitglied ist. Bleiben Sie also bei schmalen italienischen Streifen oder greifen Sie gleich zu Tupfen oder geometrischen Mustern.
Ansonsten ist gerade auf der Insel der konservativere Stil meist der bessere. Nicht umsonst war die klassische Herrenmode über Jahrzehnte ausschließlich englisch geprägt. Also: keine auffälligen Farben oder Muster, und eine Anzugweste ist nicht verkehrt.
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