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erstellt von: krawatten, am 02.05.2011 11:26 , Clicks: 1072

Knopf ab - Kopf ab?

Knopf annähen leicht gemacht

 

Schwungvoll knöpfen Sie Ihr Businesshemd zu. Natürlich ist es frisch gewaschen, gebügelt und perfekt auf Anzug und Krawatte abgestimmt. Und der sanft glänzende Knopf aus dickem Perlmutt liegt angenehm in Ihrer Hand – in Ihrer Hand? Nicht am Hemd? HILFE!!!

 

Aber ein abgerissener Knopf ist kein Grund zur Panik. Jedenfalls nicht, wenn Sie ein paar Minuten Zeit haben. Denn entgegen anderslautender Gerüchte ist das Annähen eines Knopfes keine Kunst, die nur ein gelernter Herrenschneider beherrscht. Alles, was Sie dazu brauchen, sind etwas Garn und eine Nähnadel. Wenn der Knopf selbst verlorengegangen ist, kann Ihnen das Kaufhaus oder der Kurzwarenladen schnell passenden Ersatz liefern. Zudem haben hochwertige Hemden meist im unteren Bereich, also etwas unter Gürtelhöhe auf der Innenseite der Knopfleiste, einen Reserveknopf.

 

Die erste Hürde ist gleich die schwerste. Es gilt, den Faden einzufädeln. Dazu nehmen Sie nicht zu viel Garn. Für einen Knopf sollten 30 – 40 Zentimeter locker ausreichen. Für das Einfädeln gibt es eine Vielzahl mehr oder weniger obskurer Methoden. Kenner schwören darauf, das Faden-Ende mit ein wenig Spucke anzufeuchten, damit es sich nicht spaltet und eine saubere Spitze hat. Alternativ können Sie das Faden-Ende zwischen Daumen und Zeigefinger fest zusammendrücken und das Nadelöhr von der Seite aus darüber schieben.

 

Wie? Sie haben für so etwas einen Einfädler aus dem Kurzwarenladen? Gut, etwas langweilig, aber geht auch. Und ist vor allem erheblich leichter, wenn Ihre Hände noch verkatert zittern oder Sie den ganzen Morgen noch keinen Kaffee hatten. Eine ruhige Hand hat beim Nadel einfädeln Vorteile.

Haben Sie das Nadelöhr getroffen, ziehen Sie den Faden ein Stück durch. Und jetzt der Geheimtrick: ein kleiner Knoten verhindert, dass er allzu schnell wieder herausrutscht. Aber wirklich nur ein kleines Knötchen, besser nur eine Windung. Sonst gleitet der Faden nicht mehr unbeschwert durch den Stoff. Auch die Nadel sollten Sie nicht zu groß wählen.

 

Welche Garnfarbe am geeignetsten ist, sehen Sie an den anderen Knöpfen. Und noch etwas können Sie dort erkennen: nämlich, ob der Knopf über Kreuz oder parallel angenäht werden sollte.

Damit der Faden nun ein wenig Halt bekommt, vernähen Sie ihn auf der Rückseite der Knopfleiste, und zwar am besten genau auf der Höhe, wo nachher der Knopf sitzen soll. Wo das ist, sehen Sie an dem alten Faden-Loch des abgängigen Knopfes. Dazu stechen Sie den Faden ein paar Mal durch den Stoff und ziehen ihn fest. Passen Sie nur auf, dass der Faden nicht gleich wieder durchrutscht. Nun stechen Sie den Faden von unten durch den Stoff und durch ein Loch des Knopfes und anschließend durch das gegenüberliegende (wenn über Kreuz) oder das danebenliegende (wenn parallel) und den Stoff wieder zurück auf die Rückseite. Das wiederholen Sie jetzt bei den jeweils anderen Löchern im Knopf, und das nicht einmal, sondern im Wechsel einige Male. Achten Sie nur darauf,den Knopf nicht zu fest an den Stoff anzuziehen, das erschwert später das Zuknöpfen.

 

Den letzten solchen Stich führen Sie nun nicht mehr auf die Stoffrückseite, sondern nur unter den Knopf. Nun wickeln Sie den Faden fest um die Nahtstelle. Ist der Stoff etwas dicker, brauchen Sie ein paar Windungen mehr. Anschließend zurück damit auf die Rückseite. Zum Vernähen wird der Faden wieder ein paar Mal durch den Stoff gestochen oder idealerweise sogar durch die Naht-Fäden. Wer nun ganz auf Nummer Sicher gehen will, kann noch einen kleinen Knoten auf das Ende setzen, bevor er darüber das Garn abschneidet. Ein so angenähter Knoten hält enorm stabil.

 

Übrigens: Gerade bei billigen (und das heißt hier einmal nicht „preisgünstigen“) Hemden sind die Knöpfe oft nur unzureichend befestigt. Maschinell angenähte Knöpfe sind oft nicht geknotet und kaum gewickelt. Bei starker Beanspruchung ist es also meist nur eine Frage der zeit, wann sich die Knöpfe verabschieden. Auch wenn es etwas Zeit kostet: Prüfen Sie den Sitz des edlen Perlmutts oder Kunststoffs. Bei Bedarf sollten Sie sich nicht scheuen, die Knöpfe abzureißen und neu anzunähen. Denn schließlich kann Ihr Hemdkragen Ihre dezent gestreifte Krawatte nur optimal in Szene setzen, wenn er optimal schließt.






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